UNSERE ZUSAMMENARBEIT


Die Abschiedsfeier ist ein unwiederbringlicher Moment im Leben. So wie bei einer Hochzeit, ist sie ein besonderer Tag im Leben aller Menschen.

 

Es ist ja die letzte Gelegenheit, sich zu verabschieden von einem Menschen, der wichtig für seine Angehörigen und Freunde war.

Menschen brauchen Erinnerungen und jedes Leben ist es wert, erzählt zu werden. Stumme Abschiedsfeiern trösten nicht, einfühlsame Worte hingegen schon. Wo, wenn nicht bei der Abschiedsfeier ist es wichtig, noch einmal gemeinsam an das vergangene Leben zu erinnern, das nun ein Ende gefunden hat.

 

Es ist traurig und sehr schade, wenn eben nicht oder nur am Rande über das Leben des Verstorbenen gesprochen wird. Mir ist es in meiner Arbeit sehr wichtig, diese Erinnerungsarbeit zu leisten. Und immer wieder höre ich nach meinen Abschiedsfeiern, dass es den Menschen gut tut, mit meinen Worten getröstet zu werden.

 

Ein schöner Kommentar eines Kunden war: „Wer ihn kannte, hat ihn wiedererkannt, wer ihn nicht kannte, konnte ihn kennenlernen.“ Darum geht es mir bei der Gestaltung einer Abschiedsfeier.

 

Das Leben des Verstorbenen soll in Erinnerung gebracht werden und alle Texte sowie die Musik sollen zu dieser einzigartigen Geschichte passen.

 

Jedes Leben ist einzigartig, unvergleichlich und jedes Leben hat seine eigenen Höhen und Tiefen.

In einer Abschiedsfeier gilt es, sich an diese Einzigartigkeit zu erinnern. Die Menschen möchten diesem Leben und all den Momenten danken, die sie mit diesem einzigartigen Menschen verbunden haben.

 

Auch wenn der Verstorbene ein schweres Leben

hatte und auch wenn es ein schwieriger Charakter war, finde ich die passenden Worte, um auch diese Menschen in Würde zu verabschieden.

 

Meine Kunst ist es, durch die Blume zu sprechen und auch schwierige Wahrheiten zur Sprache zu bringen, denn es tröstet niemanden, wenn bei einer Abschiedsfeier ein Mensch im falschen Licht dargestellt wird.

 

Bei der Wahrheit zu bleiben ohne zu verletzen, zu werten und zu verurteilen, das ist sicher eine meiner wichtigsten Aufgaben, wenn es um schwierige Lebensgeschichten geht.

 

Es verletzt die Trauernden, die unter den Umständen oder unter dem Verstorbenen gelitten haben, wenn in der Abschiedsfeier Unpassendes gesagt wird. Hier ist die Wahl der einfühlsamen Worte besonders wichtig.

 

Manche Lebenswege sind unglaublich schwer und oft ist es verwunderlich, woher die Menschen die Kraft nehmen, trotz allem weiterzuleben. Auch die Tragik und die Bitterkeit, die manchen Menschen widerfährt, sollten in einer realistischen, einfühlsamen Rede ihren Platz haben. 


Seit dem Jahr 2002 bin ich mit vollem Herzen Trauerrednerin. Meine Erfahrung beruht auf  über  2000 Abschiedsfeiern, die ich vorbereitet, geführt und gestaltet habe.

 

Es ist mir eine große Ehre, diese Arbeit zu tun und ich habe eine tiefe Hochachtung vor den einzigartigen Abschiedsmomenten und dem Vertrauen, das mir die Familien in solchen Momenten entgegenbringen.

 

Auch das Feingefühl, nicht alles zu erzählen, was man erfährt, ist für die Gestaltung einer Abschiedsfeier wichtig. Es kommt darauf an, die Angehörigen vor Peinlichkeiten zu schützen und manchmal liegt die Kunst einer gelungenen Rede in der rechten Umschreibung einer Tatsache.

 

Jedes Leben hat genügend Fakten zu berichten und es geht in einer Abschiedsfeier ja nicht um einen Lebenslauf, der viele Jahreszahlen beinhaltet.

 

Vielmehr sollen die Eigenschaften, die Eigenheiten und die Besonderheiten dieses speziellen Menschen zum Ausdruck kommen. Auch kleine Geschichten, Anekdoten oder Marotten des Verstorbenen können in solchen Momenten erzählt werden – alles ist eine Frage des ausgeprägten Feingefühls.

 

Durch diese Besonderheiten unterscheiden wir uns ja voneinander und auch in einer Abschiedsfeier darf geschmunzelt werden über die Angewohnheiten des Menschen, der so lange unter den Seinen gelebt hat.

 

Jemand fragte mich einmal nach einer Abschiedsfeier: „Das war ja der Franz, wie lange haben Sie ihn denn gekannt?“ Meine ehrliche Antwort war: „Nein, ich habe ihn nicht gekannt, aber ich habe im Gespräch mit der Familie viele Fragen gestellt und aufmerksam zugehört, so dass ich diese Feier gestalten konnte.“

 

Die richtigen Fragen im Trauer-Gespräch zu stellen, auch das habe ich immer besser gelernt. Einmal kam ich zu einer Frau, deren Mutter im hohen Alter von 93 Jahren verstorben war. Die Mutter war die letzten drei Jahre ganz dement gewesen und hatte kaum noch gesprochen, ein bitterer Weg.

 

Die Tochter, mit der ich nun sprechen sollte, meinte zu Beginn: „Was soll ich Ihnen erzählen über meine Mutter, sie hat ja nicht mehr mit mir geredet…Eigentlich können wir uns das Gespräch sparen.“ Ich meinte daraufhin: „Ihre Mutter war doch nicht immer dement, oder?“ „Nein,“ meinte die Tochter, „früher nicht.“

Im Verlauf des Gesprächs haben wir dann eine tolle Geschichte aufgeschrieben über eine früher sehr aktive Frau, die lange in ihrer Heimatstadt Berlin gelebt hatte. Nach der Abschiedsfeier war die Tochter sehr erleichtert und dankbar, dass sie durch mich einen so guten, lebendigen Abschied erlebt hat.

 

Und so könnte ich noch viele Beispiele erzählen,

wie es mir bei den hunderten Geschichten immer wieder gelungen ist, die Balance zu finden für die passenden Worte.

 

Eine gelungene Abschiedsfeier ist ein wesentlicher Meilenstein in der Trauer-Bewältigung und sie sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Nutzen Sie meine Erfahrung  und meine Kompetenz.

Ich bin gern für Sie da.

Ihre

Gabriele Jöhren